Implenia baut das neue Laborgebäude des Basler Departements für Biomedizin

Manuel Pestalozzi
26. Oktober 2022
So soll der Bau gemäss dem aktuellen Planungsstand einmal aussehen. (Visualisierung © Burckhardt+Partner)

2015 gewannen Caruso St John den Wettbewerb um die Gestaltung eines Laborneubaus für das Departement Biomedizin der Universität Basel. Ihr Vorschlag mit markant gekrümmten Eingangsfronten aus Beton versprach ein ungewöhnliches und architektonisch überaus qualitätsvolles Bauwerk. Doch 2018 wurde bekannt, dass die Hochschule das Projekt lieber ohne das Architekturbüro verwirklichen möchte. Christoph Tschumi, damals Verwaltungsdirektor der Universität, sagte: «Für die nächste Phase brauchen wir einen guten Planer. Insbesondere müssen die Kosten genauer angeschaut werden.» Das sorgte für einen Aufschrei. Die Basler Sektion des BSA verfasste noch am selben Tag ein Protestschreiben. Darin forderte sie, das Vorhaben mit Caruso St John fortzuführen.

Geholfen hat es nicht: Im Rahmen des Submissionsverfahrens zur Realisierung vergab die Universität Basel 2019 den Auftrag zur Weiterbearbeitung an das Architekturbüro Burckhardt+Partner. Dieses hatte bereits für den Vorgängerbau, das Biozentrum aus dem Jahr 1972, verantwortlich gezeichnet. Im August 2021 wurde das Baugesuch eingereicht.

Mit diesem Entwurf hatten Caruso St John 2015 den Wettbewerb um die Gestaltung des neuen Laborgebäudes gewonnen. (Visualisierung © Caruso St John Architects, Universität Basel)

Nun hat die Firma Implenia den Zuschlag für die Ausführung als Totalunternehmerin erhalten – aufgrund langjähriger Erfahrung und ausgewiesener Kompetenz aus ähnlichen Labor- und Gesundheitsbauten sowie eines überzeugenden Teams von Experten, wie das Unternehmen mitteilt. Die Auftragssumme beträgt über 250 Millionen Franken, die Zuständigkeit reicht von der Ausführungsplanung bis zur Inbetriebnahme. 

Die Umsetzung startet noch in diesem Monat. Zunächst soll das Projekt noch einmal «optimiert» werden. Die Fertigstellung ist für Mitte 2028 geplant. Der Entwurf, dem man seine Verwandtschaft mit dem Wettbewerbsprojekt von 2015 auf den zuletzt gezeigten Visualisierungen noch ansieht, verwandelt sich wohl weiter. Es muss sich erweisen, welche Spuren die Kostenoptimierung schlussendlich hinterlassen wird. Wie viel vom einstigen Wettbewerbsentwurf wird nach den vielen «Optimierungsrunden» übrig bleiben? Gewiss ist, dass die bisherige Geschichte des Projekts den Ruf des Schweizer Wettbewerbswesens beschädigt hat.

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