ZAZ: Wechsel zum Dauerbetrieb

Juho Nyberg
15. März 2021
Das ZAZ im Haus Bellerive im Zürcher Seefeld (Foto © Nakarin-Fotografie)

Nach einer erfolgreichen Pilotphase nimmt das Zentrum Architektur Zürich (ZAZ) diesen Sommer seinen regulären Betrieb auf. Der Antrag des Stadtrats für den Betriebsbeitrag wurde vom Gemeinderat mit deutlicher Mehrheit angenommen.

Mit der Eröffnungsausstellung vor knapp drei Jahren stellte sich das Zentrum Architektur Zürich (ZAZ) selber vor: Die Schau «Zürich-Berlin» widmete sich der Geschichte der Villa Bellerive im Zürcher Seefeld, die nach den Plänen des Berliner Architekten Alfred Breslauer 1931 erbaut wurde und die mit dem Pavillon Le Corbusier – auch als Heidi-Weber-Haus bekannt – einen berühmten wie kontroversen Nachbarn hat.

Im ZAZ geht es wesentlich ruhiger zu und her: Die Trägerschaft ist als Verein organisiert, in dessen Vorstand seit der Gründung 2016 je zwei Mitglieder des Architekturforums Zürich, des Departements Architektur der ETH Zürich sowie der Zürcher Sektionen des Bundes Schweizer Architekten Zürich (BSA) und des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA) vertreten sind. Alle Vorstandsmitglieder beteiligen sich ehrenamtlich.

Eingespieltes Team

Mit dem nun anstehenden Wechsel zum Dauerbetrieb ab 1. Juli 2021 wird die Struktur in einen Mitgliederverein überführt, was zu einer breiteren Abstützung führen soll. Der operative Betrieb wird von einem Team aus drei Frauen – Maya Kägi Götz, Evelyn Steiner und Corina Hösli – geleitet, das bereits seit Januar 2020 in dieser Zusammensetzung fungiert und gut eingespielt ist. Im Austausch mit der Stadt haben die beteiligten Akteurinnen den Pilotbetrieb bewertet und für die kommenden vier Jahre ein Konzept erarbeitet, das das ZAZ als feste Plattform für den Zürcher Diskurs um Baukultur und Architektur verankern soll.

Beteiligung der Stadt Zürich

Mit dem Beschluss des Gemeinderates ist die finanzielle Unterstützung des ZAZ durch die Stadt Zürich abgesichert. Jene wird die Mietkosten übernehmen, darüber hinaus sind gestaffelte jährliche Betriebsbeiträge festgelegt: für die Jahre 2022 bis 2023 zunächst CHF 300 000, danach für 2024 bis 2025 350 000. Die allmähliche Erhöhung berücksichtigt die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise auf den öffentlichen Haushalt. Der angestrebte städtische Subventionsgrad liegt bei durchschnittlich 63 Prozent.

Das ZAZ bereitet aktuell die nächste Ausstellung vor. Gezeigt wird ab 26. März 2021 «Critical Care. Architektur für einen Planeten in der Krise». Es handelt sich um die Adaption einer Schau des Architekturzentrums Wien.

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